ChemVerbotsV

Chemikalien-Verbotsverordnung

Verordnung über Verbote und Beschränkungen des Inverkehrbringens und über die Abgabe bestimmter Stoffe, Gemische und Erzeugnisse nach dem Chemikaliengesetz

Vom 20.1.2017

Zuletzt geändert am 21.4.2026

Anlage 1

(zu § 3) Inverkehrbringensverbote


Spalte 1Spalte 2Spalte 3
Stoffe/GemischeVerboteAusnahmen
Eintrag 1
Dioxine und Furane
    1.
    • a)
    • 2,3,7,8-Tetrachlor-
      dibenzo-p-dioxin
    • b)
    • 1,2,3,7,8-Pentachlor-
      dibenzo-p-dioxin
    • c)
    • 2,3,7,8-Tetrachlor-
      dibenzofuran
    • d)
    • 2,3,4,7,8-Pentachlor-
      dibenzofuran
  • 2.
    • a)
    • 1,2,3,4,7,8-Hexachlor-
      dibenzo-p-dioxin
    • b)
    • 1,2,3,7,8,9-Hexachlor-
      dibenzo-p-dioxin
    • c)
    • 1,2,3,6,7,8-Hexachlor-
      dibenzo-p-dioxin
    • d)
    • 1,2,3,7,8-Pentachlor-
      dibenzofuran
    • e)
    • 1,2,3,4,7,8-Hexachlor-
      dibenzofuran
    • f)
    • 1,2,3,7,8,9-Hexachlor-
      dibenzofuran
    • g)
    • 1,2,3,6,7,8-Hexachlor-
      dibenzofuran
    • h)
    • 2,3,4,6,7,8-Hexachlor-
      dibenzofuran
  • 3.
    • a)
    • 1,2,3,4,6,7,8-Hepta-
      chlordibenzo-p-dioxin
    • b)
    • 1,2,3,4,6,7,8,9-Octa-
      chlordibenzo-p-dioxin
    • c)
    • 1,2,3,4,6,7,8-Hepta-
      chlordibenzofuran
    • d)
    • 1,2,3,4,7,8,9-Hepta-
      chlordibenzofuran
    • e)
    • 1,2,3,4,6,7,8,9-Octa-
      chlordibenzofuran
  • 4.
    • a)
    • 2,3,7,8-Tetrabrom-
      dibenzo-p-dioxin
    • b)
    • 1,2,3,7,8-Penta-
      bromdibenzo-p-dioxin
    • c)
    • 2,3,7,8-Tetrabrom-
      dibenzofuran
    • d)
    • 2,3,4,7,8-Penta-
      bromdibenzofuran
  • 5.
    • a)
    • 1,2,3,4,7,8-Hexa-
      bromdibenzo-p-dioxin
    • b)
    • 1,2,3,7,8,9-Hexa-
      bromdibenzo-p-dioxin
    • c)
    • 1,2,3,6,7,8-Hexa-
      bromdibenzo-p-dioxin
    • d)
    • 1,2,3,7,8-Penta-
      bromdibenzofuran
Stoffe, Gemische und Erzeugnisse dürfen nicht in den Verkehr gebracht werden, wenn die Summe der Gehalte
    1.
  • der in Spalte 1 Nummer 1
    genannten chemischen Verbindungen den Wert von 1 µg/kg,
  • 2.
  • der in Spalte 1 Nummer 1 und 2
    genannten chemischen Verbindungen den Wert von 5 µg/kg,
  • 3.
  • der in Spalte 1 Nummer 1, 2 und 3 genannten chemischen Verbindungen den Wert von 100 µg/kg,
  • 4.
  • der in Spalte 1 Nummer 4
    genannten chemischen Verbindungen den Wert von 1 µg/kg oder
  • 5.
  • der in Spalte 1 Nummer 4 und 5
    genannten chemischen Verbindungen den Wert von 5 µg/kg
überschreitet. Die in Satz 1
Nummer 2, 3 und 5 genannten Grenzwerte gelten nur dann als
eingehalten, wenn auch der in den jeweils vorhergehenden Nummern festgesetzte Grenzwert für die dort genannten Kongenerengruppen nicht überschritten wird.
Das Verbot nach Spalte 2 gilt nicht für
    1.
  • die in § 2 Absatz 1 Nummer 4
    und 5 des Chemikaliengesetzes
    genannten Stoffe, Gemische und
    Erzeugnisse,
  • 2.
  • nach § 12 des Pflanzenschutz-
    gesetzes zulassungsbedürftige Pflanzenschutzmittel,
  • 3.
  • Stoffe oder Gemische, die zur Gewinnung von Nichteisenmetallen oder deren anorganischen Verbindungen durch Einsatz in nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz genehmigungsbedürftigen Anlagen in den Verkehr gebracht werden, und für Stoffe, die dazu bestimmt sind, durch einen chemischen Prozess umgewandelt zu werden (Zwischenprodukte),
  • 4.
  • zu verwertende Abfälle, die zur
    Erfüllung der Pflichten nach § 5 Absatz 1 Nummer 3 des Bundes-Immissionsschutzgesetzes in
    den Verkehr gebracht werden,
  • 5.
  • das Inverkehrbringen zum Zweck
    der Rückgabe aufgrund einer
    Verordnung nach § 25 Absatz 1 Nummer 1 bis 3 des Kreislaufwirtschaftsgesetzes oder aufgrund
    einer freiwilligen Rücknahmeverpflichtung nach § 26 des Kreislaufwirtschaftsgesetzes sowie
  • 6.
  • Stoffe, Gemische und Erzeug-
    nisse, die vor dem 16. Juli 1994 hergestellt worden sind, sofern sie die Grenzwerte des bis zu diesem Zeitpunkt geltenden früheren Rechts nicht überschreiten.
Eintrag 2
Biopersistente Fasern:
Künstliche Mineralfasern, die aus ungerichteten glasigen
(Silikat-) Fasern mit einem Massengehalt von über 18 % an Oxiden
von Natrium, Kalium, Calcium,
Magnesium und Barium bestehen
Stoffe nach Spalte 1 sowie Gemische und Erzeugnisse, die diese Stoffe mit einem Massengehalt von insgesamt mehr als 0,1 % enthalten, dürfen nicht zu Zwecken der Wärme- und Schalldämmung, für den Brandschutz sowie für technische Dämmung im Hochbau in den Verkehr gebracht werden.Das Verbot nach Spalte 2 gilt nicht
    1.
  • für künstliche Mineralfasern,
    wenn
      a)
    • ein geeigneter Intraperitoneal-
      test keine Anzeichen von übermäßiger Karzinogenität ergeben hat, oder
    • b)
    • die Halbwertzeit nach intra-
      trachealer Instillation von 2 Milligramm einer Fasersuspension für Fasern mit einer Länge von mehr als 5 Mikrometer, einem Durchmesser von weniger als
      3 Mikrometer und einem Länge-zu-Durchmesser-
      Verhältnis von größer als
      3 zu 1 (WHO-Fasern)
      höchstens 40 Tage beträgt,
sowie
    2.
  • für Glasfasern, die für Hoch-
    temperaturanwendungen bestimmt sind, die
      a)
    • eine Klassifikationstemperatur
      von 1 000 Grad Celsius bis zu 1 200 Grad Celsius erfordern und eine Halbwertzeit nach intratrachealer Instillation von höchstens 65 Tagen besitzen oder
    • b)
    • eine Klassifikationstemperatur
      von über 1 200 Grad Celsius erfordern und eine Halbwertzeit nach intratrachealer Instillation von höchstens 100 Tagen besitzen.